Akute Achillessehnenruptur

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Nachbehandlungsschema : operative & konservative Therapie

Operative Therapie

Woche 1 – 2:

  • postoperative Ruhigstellung im gespaltenen US – Gips in 30° Plantarflexion
  • Mobilisation an UA – Gehstöcken ohne Belastung (wegen Wunde) ab 1. postoperativen Tag

 

Woche 3 – 6:

  • siehe Schema konservative Therapie

 

Woche 7 – 12:

  • siehe Schema konservative Therapie

 

KonservativeTherapie

1. Phase: Woche 1 – 6

 

Lagerung

  • Softcast (weicher Kunststoffgips) zusammen mit Hintereinstiegsschuh (Künzli – Schuh) ODER im Vacuped mit 30° Plantarflexion

 

Woche 1 – 2:

  • Softcast (30° Plantarflexion)
  • Hintereinstiegsschuh (3cm Keil = grosser + kleiner Keil)
  • Mobilisation an UA – Gehstöcken
  • keine Belastung beim Tragen von Softcast mit Hintereinstiegsschuh
  • bei initialer Schwellung im Bereich der Unterschenkel:
    • Tragen eines US – Gips in Spitzfussstellung für 2 Wochen
    • keine Belastung

 

Ab der 3. Woche ist das Ziel ein stufenweiser Belastungsaufbau / Stockabbau (schmerzadaptiert) mit progredienter Einstellung Richtung Dorsalextension

 

Woche 3 – 4:

  • Softcast (20° Plantarflexion)
  • Hintereinstiegsschuh (2cm Keil = grosser Keil)
  • Mobilisation ohne UA – Gehstöcke

 

Woche 5 – 6:

  • Softcast (10° Plantarflexion)
  • Hintereinstiegsschuh (1cm Keil = kleiner Keil)
  • Mobilisation ohne UA – Gehstöcke

 

CAVE:

Keine Belastung bei der Mobilisation im Softcast OHNEHintereinstiegsschuh für 6 Wochen posttraumatisch.

 

Physiotherapie: Woche 3 – 6

Trainingsmethode

  • Wade: isometrisches Training (5×10 Sekunden)
  • Hypertrophietraining (8-12 Wiederholungen, 3-5 Serien) der nicht betroffenen Muskulatur der unteren Extremität und Rumpf
  • Ausdauer (Hometrainer)

 

Physiotherapeutische Ziele und Massnahmen

  • Abschwellung: Instruktion Hochlagerung, evtl. lymphologische Therapie
  • Durchblutung: Zehenspreizen, Zehen F/E, Knieflexion in Bauchlage (nur mit Gips/Softcast)
  • Erlernen korrektes Verhalten im Alltag: ADL, Gangschulung, Treppe, Transfer, Handling Hintereinstiegsschuh
  • Propriozeptionstrainingim Hintereinstiegsschuh
  • Stabilisations- / Koordinationstraining im Hintereinstiegsschuh schmerzfrei (systematischer Belastungsaufbau) gemäss Limiten
  • Hometrainer ohne Widerstand mit Hintereinstiegsschuh
  • Kräftigung der Beinmuskulatur im Hintereinstiegsschuh (Leg press, isometrisches Spannen etc. keine maximale Knieextension unter Last)
  • Kräftigung obere Extremität
  • Kein Dehnen der Achillessehne
  • nach OP: Narbenbehandlung

 

  • Therapie aktiv IMMER mit Gips/Softcast
  • Stehen IMMER mit Hintereinstiegsschuh
  • Keine Steigerung des Übungsprogrammes bei Schmerz oder Zuggefühl an der Achillessehne!

 

2. Phase: Woche 6 – 12

 

Lagerung und Mobilisation

  • Hintereinstiegsschuh ohne Softcast

Woche 7 – 10:

  • kein Softcast
  • Hintereinstiegsschuh mit 1cm Keil (kleiner Keil)

Woche 11 – 12:

  • Kein Softcast
  • Hintereinstiegsschuh ohne Keil

 

Physiotherapie: Woche 6 – 12

Beweglichkeit

OSG frei aktiv und passiv, NICHT gegen Widerstand

Trainingsmethode

  • Woche 7 – 10: für M. triceps surae koordinative Methode (nicht ausbelastend)
  • 11. Woche für M. triceps surae Kraftausdauer: Kraftausdauer (20 Wiederholungen, 3 Serien)

Physiotherapeutische Ziele und Massnahmen

  • Beweglichkeit: OSG-Mobilisation passiv in alle Richtungen (OSG Dorsalextension initial in Knie Flex) mit Ziel seitengleicher Beweglichkeit OSG (initial in Knie Flex.), Ausmass der Dorsalextension darf Gegenseite nicht übertreffen!
  • keine Dehnung M. triceps surae
  • Beginn Kräftigung M. triceps surae bis 10. Woche,ab 11. Woche im Sitz mit Ferse anheben mit Eigengewicht des Beines in 90° Knieflexion, Steigerung: Widerstand geben mit Hand auf Knie
  • keine forcierte Plantarflexion gegen Widerstand /gegen Schwerkraft (Calf raise) bis 12 Wochen in KG-Extension?
  • Kräftigung M. triceps surae gegen Schwerkraft, in offener Kette?
  • Beginn beidbeiniger Squat, einbeinig frühestens ab 12. Woche
  • Kräftigung Bein und Rumpf 


3. Phase: ab Woche 13

Lagerung

  • normale Schuhe
  • gegebenenfalls Hintereinstiegsschuh bei unebenem Gelände, langer Belastung etc.

Physiotherapeutische Ziele und Massnahmen

  • Erarbeiten eines normalen Gangbildes im Normalschuh
  • keine Dehnung M. triceps surae für 4 Monate
  • Erreichen der Vollbelastung im Zehenstand und Aufbau Zehengang; Zehenstand statisch und dynamisch mit zunehmender Belastung und in verschiedenen F/E Stellungen im Knie
  • Stabilität OSG
  • Keine Steigerung des Übungsprogrammes bei Schmerz oder Zuggefühl an der Achillessehne!
  • Lauf-ABC
  • Sprung-ABC
  • Beginn sportartspezifisches Training
  • frühester Beginn Plyometrisches Training nach 6 Monaten wenn Hypertrophie gut aufgebaut ist und Schnellkraft sowie Intramuskuläre Koordination trainiert wurde
  • Wenn 80-90% der Kraft des M.gastrocnemius im Vergleich zur Gegenseite erreicht sein sollte, bietet sich der Hop-Test an

Trainingsmethode

Wade: Umstellung auf Hypertrophie

IK-Training der nicht betroffenen Muskulatur der untere Extremität (3-5 Wiederholungen, 3 Serien, Pause?)

Reaktivkraft gesamte Beinmuskulatur (6-10 Wiederholungen, 2-5 Serien)

 

Sportliche Aktivitäten

  • Woche 2 – 6: Hometrainer im Hintereinstiegsschuh
  • ab Woche 13: frühester Beginn Lauftraining auf ebener Unterlage – geradeaus
  • ab 6 Monate: frühester Beginn für Lauftraining auf unebenem Gelände, Kontaktsport

 

Weight-bearing lunge (oder knee-to-wall), MTP-1-ROM, Heel-rise-Endurance, Performance-Tests für return to sports

 

Autoren: Dr. med. Lucas Iselin, Dr. med. Maritn Ulrich, Dr. med. Nickolaus Heeren
Freigabe:
Luzerner Kantonsspital 11/2018

 

Veröffentlicht in Achillessehnenruptur, Fuss

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Eventkalender

Dez
6
Mo
8:00 Journal Club @ Rapportraum U1 (Restaurant feingut)
Journal Club @ Rapportraum U1 (Restaurant feingut)
Dez 6 um 8:00 – 8:30
Die Themen der Vorträge werden von den Referenten in der Woche vor dem Termin via LUKS-interne eMail kommuniziert.
16:30 Nachmittagsrapport O&U @ Rapportraum 1.OG (Raum 1283)
Nachmittagsrapport O&U @ Rapportraum 1.OG (Raum 1283)
Dez 6 um 16:30 – 17:00
 
Dez
7
Di
7:15 Morgenrapport O&U @ Röngtgenrapportraum 2 (EG)
Morgenrapport O&U @ Röngtgenrapportraum 2 (EG)
Dez 7 um 7:15 – 7:30
 
16:30 Nachmittagsrapport O&U @ Rapportraum 1.OG (Raum 1283)
Nachmittagsrapport O&U @ Rapportraum 1.OG (Raum 1283)
Dez 7 um 16:30 – 17:00
 
Dez
8
Mi
7:15 Morgenrapport O&U @ Röngtgenrapportraum 2 (EG)
Morgenrapport O&U @ Röngtgenrapportraum 2 (EG)
Dez 8 um 7:15 – 7:30
 

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Alle mikrobiologischen und histologischen Aufträge müssen • mit Namen und Telefonnummer des verantwortlichen Arztes (leserlich!) beschriftet werden • vom Stationsarzt zwingend visiert werden damit sie anschliessend abgelegt werden können Durch diese Massnahme wird sichergestellt, dass mikrobiologische respektive histologische Befunde, die erst nach Austritt eines Patienten eintreffen, Beachtung finden in dem sie gemäss 4-Augenprinzip sowohl vom Stationsarzt als auch vom Operateur gesehen werden.

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