Ziehen von Bülau-Drainagen

Grundsätzlich

  • Nie Bülau-Drainage am Abend ziehen!
  • Nie Bülaudrainage abklemmen (Gefahr des Spannungspneu!)
  • Klinik entscheidet vor dem Röntgenbild

Wann ist es soweit?

Unterscheide:

Pneumothorax

  1. täglich klinische (Auskultation, Perkussion) Kontrolle der Lunge. Pat. Husten lassen, wenn nach ca 2-3 Tagen kein Luftverlust mehr auftritt, sollte die Lunge entfaltet sein.
  2. Abstellen des Soges vom Drainagesystem um 04.00 Uhr morgens
  3. Röntgen Thorax 6 Std. nach Abstellen des Soges
  4. Bei gut ausgedehnter Lunge ziehen des Bülau-Drain (s.u.).
  5. Ein weiteres Röntgen Thorax ist während der Hospitalisation erst bei entsprechender Klinik (Dyspnoe, Schmerzen, abgeschwächtes Atemgeräusch) indiziert!

Erguss

  1. Tgl. klinische (Auskultation, Perkussion) Kontrolle der Lunge.
  2. Bei einer Fördermenge von <250ml/24h kann davon ausgegangen werden, dass der Erguss nicht mehr produktiv ist.
  3. Ziehen des Bülau-Drain (s.u.).
  4. Ein weiteres Röntgen Thorax ist während der Hospitalisation erst bei entsprechender Klinik (s.o.) indiziert!

Hämatopneumothorax

  1. Gleiches Vorgehen wie beim Pneumothorax unter zusätzlicher Berücksichtigung der Fördermenge (<250ml/24h) als Voraussetzung für den Drainagezug.

Wie zieht man ein Bülau-Drain?

  1. Patient orientieren, was „jetzt kommt“; möglich, dass Schmerzen zu erwarten sind.
  2. Ziehen im Valsalva; d.h. tiefe Inspiration, dann massiver Ausatmungsversuch, ohne Luft zu verlieren (drücken wie auf der Toilette). Dieses Manöver mit dem Patienten kurz proben.
  3. Merke: Beim Ziehen wird der Bülau-Drain am Sog (20 cmH2O) belassen!
  4. Bülau schnell herausziehen unter Protektion mit Betadinesalben belegter Kompresse
  5. Anziehen und Knoten des vorgelegten Fadens, steriler Deckverband.
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Veröffentlicht in Alles, Allgemeines

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