Einbringen von Bülau-Drainagen

  1. falls kein Notfall muss Aufklärung sowie die mündliche und schriftliche Einwilligung erfolgen
  2. Drainagegrößen:
    1. mindestens 20 Charrière (gelbe Drainage) bei nicht traumatischem Spontanpneumothorax
    2. 24–28 Charrière bei traumatischem Hämato-/ Pneumothorax
  3. Überwachung: Pulsoxymetrie, Blutdruck, Puls, venöser Zugang
  4. Sedierung: mit Fentanyl iv. oder Dormicum i.v
  5. Inzisionsstelle: 4./5. Interkostalraum (ICR) in der mittleren Axillarlinie (Abb. 2)
  6. Hautdesinfektion und steriles Abdecken mit Lochtuch
  7. Infiltration von 10–20 ml Lokalanästhetikum subkutan, perikostal und interkostal mit Anästhesie der parietalen Pleura (kann bei ausreichender Analgosedierung beim beatmeten Patienten entfallen)
  8. Hautinzision mit dem Stichskalpell, dann Präparation mit der Schere: Durchtrennung der Interkostalmuskulatur am Oberrand der Rippe mit vorsichtiger Eröffnung der parietalen Pleura
  9. Digitale Austastung des Pleuraraumes
  10. Stumpfes Einführen (ohne Trokar!) der Thoraxdrainage mit Kornzange/langer gebogener Klemme nach ventro-apikal (Pneumothorax) bzw. dorsal-kaudal bei Pleuraerguss (Seropneumothorax, Hämatothorax).
  11. Bei korrekter intrapleuraler Lage wird sofort Luft gefördert und die Drainage beschlägt.
  12. Anschließen an Drainagensystem, Konnektion von Drainage zu System. Anlage des Sogs von −20 cm H2O an das Drainagesystem.

Beachte:

  • Bei vorher vollständig kollabierter Lunge Sog-Anlage erst nach 15 Minuten und vollständig entfalteter Lunge (Gefahr eines lebendsbedrohlichen Reexpansionslungenödemes)
  • Bei grossem oder chronischem Pleuraerguss nicht mehr als 1000ml auf einmal ablassen, da sonst Enfaltungsödeme drohen.
  1. Kontrolle der Anlage: Wasser im Wasserschloss “schaukelt” bei Inspiration und Expiration
  2. Drainagensicherung: separate Drainagennaht und U-Naht vorlegen (mit Klebeband an Haut sichern), dass er bei Entfernen der Drainage als Zuziehfaden für die Haut dient, steriler Verband
  3. Zur Dokumentation der korrekten Position der Drainage und Reexpansion der Lunge sollte nach jeder Drainageneinlage ein Thoraxröntgen in zwei Ebenen erfolgen
  4. Schriftliche Dokumentation des Eingriffes mittels OP Bericht
  • Lokalisation: 4./5. ICR VAL
    Lokalisation: 4./5. ICR VAL
  • Nahttechnik & Fixation
    Nahttechnik & Fixation

 

Autoren: J. Mühlebach, M. Stickel, A. Leiser, BC Link

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