Skapulafraktur

Präoperative Abklärung
– Rx Schulter ap / Neer
– CT Schulter / Skapula 3D

  • Cave Begleitverletzungen Wirbelsäule / Rippenthorax und Lunge (meist Hochenergietrauma)
  • Falls keine Schockraumspirale, Thorax ap/seitl (Ausschluss Pneumothorax und Rippenfrakturen)

Präoperative Massnahmen

  • Ruhigstellung in Orthogilet oder Mitella


Klassifikation / Interpretation

Scapula – Diagnosis – AO Surgery Reference

Indikation zur operativen Behandlung
– Skapulahals-/Glenoidfrakturen in Kombination mit Claviculafraktur , (Floating shoulder)

– Offene Frakturen

– Gefäss- / Nervenverletzungen

– Dislozierte Fortsatzfrakturen (Acromion, Coracoid) (≥ 1 cm Dislokation, ≥ 2 Unterbrechungen des SSSC (Superior Shoulder Suspensory Complex: osseoligamentärer Ring aus Glenoid, Coracoid, Clavicula, Acro-mion und den verbindenden Ligamenten), ipsilaterale begleitende operationsbedürftige Skapulafraktur an anderer Stelle, schmerzhafte Pseudarthrose)

– Dislozierte Glenoidfrakturen (Gelenksstufe-/spalt≥ 4 mm und > 25% der Gelenksfläche betroffen oder mit Subluxation)

– Dislozierte Skapulahalsfrakturen (Abkippung des Halsfragmentes/Glenoidfläche zum lateralen Skapularand (Glenopolarer Winkel) <  22° oder > 20 mm Medialisation des Halsfragmentes in Bezug zum Blattfragment oder > 15 mm bei gleichzeitiger Abkippung des Halsfragmentes/Glenoidfläche zum lateralen Skapularand > 30° oder > 10 mm bei gleichzeitiger doppelter Läsion des SSSC)

– Dislozierte Blattfrakturen (> 45° Angulation der Fragmente zueinander oder ≥ 30° bei gleichzeitiger Medialisation > 15 mm)

Indikation zur konservativen Behandlung

  • Gering dislozierte Skapulafrakturen
  • nicht-narkosefähige Patienten
  • schwere Weichteilprobleme im OP-Gebiet

Operative Behandlung

Skapulahalsfrakturen -> Plattenosteosynthese

Glenoidfrakturen -> Schraubenosteosynthese, Ankernaht (offen oder Arthrosko-pisch)

Fortsatzfrakturen -> Schrauben- oder Zuggurtungsosteosynthese

Skapulablattfrakturen  -> Plattenosteosynthese

(links zu OP Anleitungen, verschiedene Anleitungen je nach Fx)

Aufklärung

  • Pseudarthrose / non-union
  • Pneumothorax, Einlage einer Pleuradrainage
  • Gefäss- und Nervenverletzungen
  • OSME

Postoperative Therapie 

  • Ruhigstellung und Bewegungseinschränkung:
  • stabile Osteosynthese: funktionelle Nachbehandlung nach Massgabe der Beschwerden
  • Ankernaht, Labrumrefixation:  je nach Operateur
  • Keine Belastung für 6 Wochen
  • Physiotherapie ab 1. postoperativem Tag
  • Fadenentfernung nach 14 Tagen
  • Nachkontrollen mit Röntgen Schulter ap / Neer postoperativ und nach 6 Wochen in der Sprechstunde
  • Arbeitsunfähigkeit je nach Tätigkeit

Konservative Behandlung

Skapulablattfrakturen:

  • Ruhigstellung im Orthogilett / Mitella zur Analgesie für einige Tage
  • vollfunktionelle Physiotherapie, Beginn mit Mobilisation im scapulothoracalen Gleitlager
  • keine Belastung für 6 Wochen
  • Röntgenkontrolle nach 6 Wochen in der Sprechstunde

Skapulahals- und Glenoidfrakturen:

  • Ruhigstellung im Orthogilet / Mitella
  • Physiotherapie gemäss Schema Nachbehandlungsschema “Proximale Humerusfraktur konservativ
  • keine Belastung für 6 Wochen
  • Röntgenkontrolle nach 1 und 6 Wochen in der Sprechstunde

Literatur:

https://www2.aofoundation.org/wps/portal/surgery

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3702760/pdf/12178_2012_Article_9151.pdf

 

Autoren: Dr. med. Frank Beeres
Freigabe: Prof. Dr. med. Reto Babst
Luzerner Kantonsspital 11/2018

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Veröffentlicht in Skapulafraktur

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