Distale Bicepssehnenruptur

Präoperative Abklärung

  • Röntgen: Ellenbogen ap/seitlich (ossärer Ausriss? Flake? Fat pad sign?)
  • Nach Rücksprache Oberarzt Sonographie oder evtl. MRI bei V.a. begleitende Weichteilverletzungen/Instabilität
  • Klinische Diagnose:
  • Biceps Hook Test und “bicpes squeeze test”
  • Functio laesa (Flexion, ab 90° Supination)
  • Proximaler Muskelbauch mit tastbarer distaler Eindellung
  • Stabilitätsprüfung des Ellenbogens, evtl. mit BV
  • Anamnese: Cortisontherapie, Ciproxintherapie, Diabetes mellitus, Erkrankungen aus dem rheumatoiden Formenkreis, Rauchen, dominante Seite erfragen

Präoperative Massnahmen

  • Mitella Schlinge (Analgesie)

Klassifikation/Interpretation

  • Keine Speziellen

Indikation zur operativen Behandlung

  • Frische Bicepssehnenrupturen
  • Traumatische Bicepssehnenrupturen
  • Junge, sportliche Patienten

Indikation zur konservativen Behandlung

  • Selten
  • Hohes Risikoprofil für eine Operation/Anästhesie
  • Low-demand-Patienten
  • Degenerative Rupturen/Partialabrisse

Operative Behandlung

  • Geschwungener Zugang über proximalem Radius (ggf. S-förmige Erweiterung nach proximal)
  • Transossäre Fixation mittels Flip Anker/Button
  • Ellenbogengelenksorthese mit verstellbaren Bewegungsgraden (OpedÒ), bis dahin Anpassung Oberarmgipsschiene unmittelbar postoperativ als Alternative
  • Röntgen am 1. postoperativen Tag Olecranon ap/seitlich
  • Thromboembolieprophylaxe solange Spitalaufenthalt
  • Verbandswechsel am 2. postoperativen Tag
  • Fadenentfernung nach 12-14 Tagen bei gesicherter Wundheilung durch den Hausarzt
  • Hospitalisationsdauer 2-3 Tage
  • Sprechstunde des Operateurs mit Röntgen nach 6, 12 Wochen und 1 Jahr
  • Arbeitsunfähigkeit
    • Bürotätigkeit: ca. 2-6 Wochen
    • Leichte körperliche Tätigkeit: > 9 Wochen
    • Schwere körperliche Tätigkeit: > 12 Wochen (individuell)

Konservative Behandlung

  • Ruhigstellung wenige Tage aus analgetischen Gründen (Oped oder Mitella)
  • Bewegungslimite nach Massgabe der Beschwerden

Quellen:

Kodde IF et al.

Refixation techniques and approaches for distal biceps tendon ruptures: a systematic review of clinical studies; J Shoulder Elbow Surg. 2016 Feb;25(2):e29-37. doi: 10.1016/j.jse.2015.09.004. Epub 2015 Dec 19.

 

Ryan G. et al.

Distal Biceps Tendon Injuries; J Bone Joint Surg Am, 2010 Sep 01; 92 (11): 2128 -2138

 

Devereaux MW et al.

Improving the Rapid and Reliable Diagnosis of Complete Distal Biceps Tendon Rupture: A Nuanced Approach to the Clinical Examination; Am J Sports Med 2013 (41):1998-2004

 

Geaney LE et al.

Outcomes and practical information for patients choosing nonoperative treatment for distal biceps ruptures; Orthopedics. 2010 Jun 9;33(6):391. doi: 10.3928/01477447-20100429-10.

 

Garon MT1

Complications of Distal Biceps Repair; Orthop Clin North Am. 2016 Apr;47(2):435-44. doi: 10.1016/j.ocl.2015.10.003.

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Bei alkoholisierten Patienten mit Schädelanprall können nach Ausschluss von Verletzungen im Schädel-CT Kopfschmerzen, Amnesie und vegetative Symptome in der Regel als Folge des Alkoholkonsums interpretiert werden. In diesen Fällen soll nicht Commotio als Hauptdiagnose dokumentiert werden, sondern: Schädelkontusion nach Sturz unter Alkoholeinfluss - Blutalkoholspiegel xxx o/oo Begründung: - Nach Ausschluss von Traumafolgen im CCT erfolgt die Aufnahme dieser Patienten in der Regel primär aufgrund der Selbst- und evtl. Fremdgefährdung im Rahmen des akuten Alkoholkonsums, und nicht zur neurologischen Überwachung - Diese Art der Dokumentation erlaubt eine DRG konformere Fallabrechnung. - Da DRG Abrechnungsdaten auch zur Erstellung von Diagnose- und Behandlungsstatistiken herangezogen werden, muss uns an einer medizinisch korrekten Erfassung dieser Fälle gelegen sein. Die Pflege ist im Übrigen angehalten darauf zu achten, dass zum Schutz der Patienten vor Regressforderungen der Versicherung privat oder halbprivat versicherte Patienten mit o.g. Diagnose nicht auf die Privatabteilung aufgenommen werden.
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